Angsthundeprojekt Jumilla, Juni 2016

Am Montag, den 06. Juni 2016 geht es los! Wir besuchen mal wieder unser Partnertierheim in Jumilla, Spanien. Am Wochenende findet vor Ort unser neues Angsthundeseminar statt. Wir werden euch berichten.

Reisebericht Jumilla, Juni 2016

Endlich war es wieder so weit. Vom 06. - 13. Juni 2016 besuchten wir unser Partnertierheim und die lieben Helfer in Jumilla, Spanien. Mit dabei waren neben unseren Vereinsmädels Eva Lorenzen, Steffi Bartnik, Sonja Schneidewind und Conny Schöttler auch Nicole, eine Hundeschulkundin von Eva, Janina, eine ehrenamtliche Helferin des Tierheims Passau sowie Anna, eine spontane Bekanntschaft von Conny, die anbot uns in Sachen Übersetzungen zu unterstützen.
Montag, spät in der Nacht erreichten wir unsere Unterkunft und wurden dort herzlich von den Vermietern empfangen. Durch die Aufregung war uns im großen und ganzen eher weniger Schlaf gegönnt. Wir starteten den nächsten Tag mit einem gemeinsamen Frühstück inklusive Lagebesprechung mit der Tierheimleiterin Irene. Anschließend gingen wir erstmal ausgiebig einkaufen für uns und die Hunde. Danach ging es endlich ins Tierheim. Dort wurden gerade die Zwinger gereinigt, so dass wir die Hunde nach und nach im Innenauslauf begrüßen konnten. Währenddessen platzierten wir unsere Errungenschaften, die den Hunden etwas Abwechslung und neue Reize geben sollten. Da hatten wir z. B. eine große mit Heu befüllte Wanne, einen Regenschirm, Fähnchen und ein Windspiel. Während unseres Aufenthaltes erreichten uns zwei erfreuliche Nachrichten. Die kleine Pelusa, die erst zwei Tage im Tierheim war, wurde wieder von ihren Besitzern abgeholt. Außerdem haben wir für unsere Bullterrier-Hündin Gilda ein Zuhause in der Schweiz gesichert. Wir hatten vor Ort einige Videos von ihr gemacht, die ihr diese tolle Chance ermöglicht haben. Aber so wie das Leben im Tierheim nunmal ist, sind zwei Hunde weg, kommen zwei neue dazu. So wurden zwei kleine Welpen abgegeben, die die Menschen angeblich gefunden hatten. Nachdem wir ein paar Hunde zu Spaziergängen und zum Fotografieren mit raus genommen hatten, ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen.
Mittwoch widmeten wir uns neben den alltäglichen Spaziergängen und Fotos der Welpenstube des Tierheimes. Dort waren insgesamt 11 kleine Mäuse und eine Mama untergebracht. Wir gaben ihnen ein paar Spielsachen und dienten als Kletterburg. Auch Mama Xena wirkte dankbar für die Abwechslung. Wir stellten außerdem eine Musikanlage auf, damit sich alle Hunde besser an Umweltgeräusche gewöhnen konnten. Unsere Conny war schwer damit beschäftigt, die Außenanlagen von den Verrichtungen der Hunde zu befreien. Zudem war sie mit einer Helferin des Tierheims beim Tierarzt, um für den kleinen Hundeopa Chicho Herztabletten und Nassfutter zu besorgen, da er derzeit noch sehr dünn ist. Glücklicherweise durfte der kleine Mann mittlerweile in eine Pflegestelle umziehen. Wir erinnern hier gerne nochmal daran, dass wir für ihn noch Paten suchen, die ihn mit 25,- € im Monat unterstützen. Teilpatenschaften sind natürlich auch herzlich willkommen.
Donnerstag beschafften wir den Hunden etwas Erfrischung. Wir hatten einen Wassersprenger besorgt, den wir abwechselnd in den verschiedenen Anlagen aufstellten. Außerdem befüllten wir die vorhandenen Badewannden mit Wasser, was einige Hunde sofort zum Planschen animierte. Gegen die starke Sonne befestigten wir einige Netze, die so angenehmen Schatten spendeten.
Freitag brachten wir am Junghundzwinger einen Sichtschutz an. Grund dafür war Rüde Batman, der durch die vielen Eindrücke und den "Durchgangsverkehr" an seinem Zwinger sehr gestresst wirkte und dies mit ständigem Bellen kund tat. So wirkte er nach dieser Maßnahme schnell viel entspannter. Batman durfte mittlerweile über einen anderen Verein nach Deutschland reisen. Bei der Planung unserer Reise hatten wir die Idee, im Innenauslauf des Tierheims Bäume aufstellen zu lassen für die Hunde. Am Freitag kamen diese dann an und wurden durch Julio und Rober eingepflanzt. Eva und Sonja waren an diesem Tag mit Rüde Rocky beim Tierarzt. Er hatte auffällig oft mit den Ohren geschüttelt und schien dort auch recht empfindlich. Der Tierarzt stellte eine Entzündung fest und gab ihm ein paar Tabletten mit. Leider musste Dr. Luis Castillo kurze Zeit später im Tierheim vor Ort agieren. Angsthund Foggy blutete stark aus Mund und Nase, was an sich ja schon schlimm genug war. Problem war aber, dass er sich nicht von Menschen anfassen lässt, lieber ausweicht und bei Bedrängnis versucht, sich den Weg freizubeißen. So musste er mit einer Lebendfalle ausgetrickst und eingefangen werden. Für die Untersuchung wurde er in Narkose versetzt. Anhand der Symptome wurde eine Leishmaniose diagnostiziert. Die vorgenommene Blutentnahme würde das bestätigen. Als Foggy dann irgendwann ausgeschlafen hatte durfte er wieder zurück zu seinen Zwingerkollegen.
Samstag und Sonntag fand das Seminar zum Thema Angsthunde statt, dem die Mitarbeiter des Tierheimes und auch ein paar andere Interessierte beiwohnten. Wir starteten mit dem theoretischen Teil als Einführung. Eva hielt ihren Vortrag in Deutsch und wurde abwechselnd von Conny und Anna ins Spanische übersetzt. Als Ergänzung dienten ein paar Videos, die zeigten, wie man es nicht machen soll und anhand derer man sehr gut die typischen Beschwichtigungssignale erkennen konnte. Der praktische Teil fand hauptsächlich Sonntag statt, in dem die Teilnehmer ihr gewonnenes Wissen in kurzen Übungen, in kleinen Gruppen mit den Angsthunden ausprobieren durften.

Nachdem das Seminar beendet war, verabschiedeten wir alle uns ganz in Ruhe von den Hunden und natürlich auch den lieben Menschen, die jeden Tag für die Hunde da sind. Jeder von uns hatte in dieser kurzen Zeit den ein oder anderen Hund besonders ins Herz geschlossen. So war es nicht verwunderlich, dass die Trennung schwer fiel und auch einige Tränen flossen.
Am nächsten Morgen ging es dann wieder Richtung Heimat, wo wir alle schon sehnsüchtig von unseren lieben Zwei- und Vierbeinern erwartet wurden.