Angsthunde

Wir von PfotenNot e. V. haben uns zunächst dafür entschieden, nur Hunde nach Deutschland zu vermitteln, von denen wir glauben, dass sie sich mit Geduld und Training gut in einer Familie hier in Deutschland zurecht finden können. Grundvoraussetzungen waren für uns, dass sich diese Hunde problemlos anfassen ließen und man sie auch aus dem Tierheim zum „Gassigehen“ führen konnte.

Diese Entscheidung trafen wir ganz bewusst, da leider viele Hunde von Tierschutzorganisationen nach Deutschland vermittelt wurden, die dann hier im Tierheim landeten, weil die Besitzer mit ihnen überfordert waren, sowie Hunde, die entlaufen sind oder im schlimmsten Fall überfahren wurden.

Häufig liest man dann die traurigen Nachrichten, dass schon wieder ein Angsthund am Transport oder auch später bei den Adoptanten entlaufen konnte. An dieser Stelle sei auf die dringende Notwendigkeit eines Sicherheitsgeschirrs für die ersten Tage und Wochen nach der Ankunft eines Tierschutzhundes hingewiesen.

 

Als Ursachen für ein Entlaufen kommen für uns in Betracht,

  • dass die Adoptanten nicht genügend aufgeklärt wurden, sowohl über eine ausreichende Sicherung des Hundes, als auch die Tatsache, dass jeder Hund bei Ankunft unsicher und sehr ängstlich reagieren kann durch den Stress, neue Geräusche und unbekannte Umgebung.

  • dass die Adoptanten die Gefahren schlicht und ergreifend unterschätzt haben, trotz umfangreicher Aufklärung.

  • dass der Hund sich noch mal völlig anders als erwartet verhalten kann.

Es gab aber auch einen zweiten Grund, warum wir uns zunächst gegen die Vermittlung von extremen Angsthunden entschieden haben.

Da wir für alle unsere vermittelten Hunde auch nach der Adoption weiter Verantwortung übernehmen, kommen Hunde, deren Vermittlung nicht gepasst hat, (aus welchem Grund auch immer) wieder zu uns und wenn das „Problem“ beim Hund lag, wird mit diesem Hund auf einer Pflegestelle an dem Problem gearbeitet. Als kleine Organisation können wir uns „Rückläufer“ nur, wenn sie sich im Rahmen verhalten, bewältigen. Dafür fehlt es einfach an finanziellen Mitteln und qualifizierten Pflegestellen. Wenn Sie eine Pflegestelle bieten können und Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns haben, melden Sie sich gern!

 

Wir haben uns viel mit der Thematik „Angsthund“ auseinandergesetzt und haben ein Konzept erarbeitet, welches oben genannte Ursachen weit möglichst dezimieren soll.

 

  1. All unsere Hunde, die nach Deutschland vermittelt werden, bekommen von uns gegen ein Pfand ein Sicherheitsgeschirr! Dazu werden wir unsere Aufklärungskampagne ausweiten.

  2. Unser Team, allen voran Eva Lorenzen, hat im Juni 2016 in Jumilla ein mehrtägiges Seminar auch für umliegende Tierheime und interessierte Tierschützer angeboten. In diesem Seminar ging es im Schwerpunkt um das Thema Deprivation, eines der größten Probleme im Tierheimalltag, da die Hunde meistens zu wenig an neuen Eindrücken kennenlernen. 

 

Im Rahmen dieses Konzeptes werden wir auch weiterhin mit den Angsthunden vor Ort in Jumilla arbeiten. Besuchen Sie hierzu auch gern unser Angsthundeprojekt.

 

In der Vergangenheit konnten wir bei den bisher vermittelten Hunden feststellen, dass es Adoptanten gab, denen wir durchaus auch die Adoption eines extremen Angsthundes zugetraut hätten.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, auch unseren Hunden eine Chance zu geben, die eigentlich zum Teil unvermittelbar sind.

Denn wir glauben, dass auch diese Hunde in einem geeignetem Zuhause ein normales Leben bei ihren Menschen führen können.

Die Adoptanten sollten viel Geduld, Toleranz, fachliches Wissen, Energie, Liebe und Zeit haben. Sie sollten am besten auf dem Lande wohnen und im besten Fall auch einen souveränen Ersthund haben. Wir finden, dass dann nach sorgfältigen Gesprächen zumindest darüber nachgedacht werden kann, auch diesen Hunden in Deutschland eine Chance zu geben.

 

Wenn Sie Interesse an der Übernahme eines Angsthundes haben, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung.