Zuhause/Pflegeplatz bieten

Unsere Arbeit ist zu großen Teilen auf Pflegestellen angewiesen, die Hunden aus Spanien die Möglichkeit geben, in Deutschland Fuß zu fassen und somit eine höhere Chance auf eine Vermittlung haben.

 

Haben Sie sich letztendlich dafür entschieden, ein Tier aus Spanien oder Deutschland über PfotenNot e.V. aufzunehmen, bemühen wir uns, Ihnen ein konstanter, kompetenter und hilfsbereiter Ansprechpartner zu sein.

 

Mehr Informationen finden Sie unter "Vermittlungsablauf".

Was bedeutet es Pflegestelle zu sein?

Wir waren ca. 3 Jahre als Pflegestelle tätig und haben uns ganz bewusst dafür entschieden. Bei den vielen Hundeseelen, die man in der Vereinsarbeit kennen lernt, war dies aber auch keine schwere Entscheidung. So wollten wir also neben unserem eigenen Hund einer weiteren Fellnase den Weg in ein neues Leben erleichtern. Denn im Tierheim lernen die Hunde nicht viel kennen und dies können sie langsam auf einer liebevollen Pflegestelle nachholen. Das fängt an bei der Stubenreinheit und geht bis hin zum Vertrauensaufbau in den Menschen. Dass das Hundchen nicht mehr in die Wohnung macht, lässt sich meistens schnell mit den bekannten Tricks wie alle 2 Stunden raus gehen und natürlich ganz viel Lob für ein draußen erledigtes Geschäft erreichen. Da heißt es dann auch den inneren Schweinehund überwinden und auch mal nachts und bei jeglicher Wetterlage schnell was überziehen und ab vor die Tür. Aber es lohnt sich, denn mal ehrlich, wer will auch schon ewig Hundehaufen oder kleine Seen in der Wohnung weg machen müssen….

Wir konnten unter anderem auch beobachten, dass für einige Hunde das weiche, grüne Etwas, namens Gras total ungewohnt war sowie im Winter auch die weißen Flocken, die vom Himmel fallen. 

Einigen Hunden fällt es leichter, sich an neue Gegebenheiten zu gewöhnen. So waren wir schon so manches Mal richtig erstaunt, wie problemlos sich manche Hunde an die neue Situation und Umgebung angepasst haben. Sie wirkten einfach nur froh und zufrieden ein liebevolles Zuhause zu haben, auch wenn es nur vorübergehend ist. 

Andere hingegen haben da schon mehr Schwierigkeiten. Da wird der Staubsauger schon mal zum gefürchteten Monster. Hier ist nun ganz viel Einfühlungsvermögen und Geduld gefragt, damit das neue Familienmitglied seine Scheu verliert und Vertrauen aufbaut. Oft spielt Zeit da eine wichtige Rolle.

Unsere ehemalige Pflegehündin Martha war nach ihrer Ankunft so eingeschüchtert, dass sie sich von alleine kein Stück bewegt hat. Selbst ihr Geschäft wollte sie nicht verrichten. Ich habe mir ganz viel Zeit für sie genommen ohne sie dabei aber zu bedrängen. So setzte ich mich mit ihr jeden Tag mehrmals für mehrere Stunden in den Garten, bis sie irgendwann von alleine Stück für Stück ein paar Schritte wagte und nach zwei Tagen dann auch endlich wenigstens so weit war, sich zu lösen. Die ersten Wochen wurde dann in Ruhe der Garten erkundet, bis sie sich immer sicherer fühlte und auch die vorbei schauenden Katzen sie nicht mehr in Angst und Schrecken versetzten. Der Weg bis zu einem entspannten Spaziergang außerhalb des Grundstückes war lang, aber mit viel Liebe und Geduld doch zu erreichen. Nach solchen Bemühungen stellten wir dann fest, dass es besser für Martha sei, ihr entstandenes Vertrauen durch eine Weitervermittlung nicht wieder zu brechen und so adoptierten wir sie. Man sollte dabei halt auch immer daran denken, was das Beste für den einzelnen Hund ist. 

Soll der Pflegehund nun aber doch sein eigenes Zuhause finden, kommt irgendwann dann auch der Moment, wenn es heißt mögliche Adoptanten zu einem Kennenlernen zu empfangen. Dabei sollte als Pflegestelle sehr genau auf die Reaktion des Schützlings geachtet werden, denn er steht dabei im Mittelpunkt und hat natürlich auch Mitspracherecht. Genauso sollte aber auch die Pflegestelle auf ihr eigenes Bauchgefühl hören, wenn es um die Entscheidung geht, ob die Interessenten die richtigen Menschen für ihren anvertrauten Pflegling sind. Fällt dieses erste Treffen positiv aus geben wir als Pflegestelle dem Verein darüber Bescheid so dass alles weitere in die Wege geleitet werden kann. Ist der Schutzvertrag unterschrieben und die Schutzgebühr überwiesen kann Ihr Schützling in sein neues Zuhause umziehen. 

 

Stefanie Bartnik, Schriftführerin bei PfotenNot e. V.